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Start Anden Radtour 2010 Von Puno nach Pukará

Von Puno nach Pukará

Heute stand eine lange Etappe über 100 km auf dem Programm. Da ich nun das Altiplano verlassen wollte, um in einigen Tagen das ca. 400 km entfernte Cusco zu erreichen, mußten Kilometer gemacht werden. Auch war das nächste Hospedaje in Pukará angegeben.


punoZunächst aber wird im Hotel Velana noch ausgiebig gefrühstückt, na ja es gibt 2 kleine Fladenbrote mit Marmelade, natürlich Erdbeere (andere Sorten scheint es hier nicht zu geben). Dazu die spezielle Servierart von Kaffee mit Milch. Man bekommt ein Kännchen mit heißer Milch, ein Kännchen mit einer kleinen Menge hochkonzentrierten erhitzten Kaffees, sowie eine Thermoskanne mit heißem Wasser. Damit kann sich jetzt jeder seine Mischung so zusammenschütten, wie er sie mag. Dazu einen Orangen-"Jugo" (Saft) aus eigener Herstellung. Wobei ich da immer vorsichtig war, denn man konnte sich durch den Verzehr von Leitungswasser eine nette Magen-Darm-Geschichte, genannt "Montezumas Rache", zuziehen. Die ortsüblichen Bakterienkulturen sind einfach nichts für unsere verweichlichten europäischen Mägen. Als kleine Vorsichtsmaßnahme habe ich nur verschlossenes Mineralwasser getrunken, auch zum Zähneputzen benutzt, und keine ungeschälten Früchte und ungeschältes, ungekochtes Obst gegessen. So hat mich dann wohl Montezuma verschont.


altiplano_juliacaDie Ausfahrt aus der Stadt gestaltet sich schwierig, da man erst eine Art Pass-Straße, ähnlich wie in La Paz auf die nächste Anhöhe nehmen muß. Doch von oben hat man noch mal einen schönen Ausblick über die Stadt und einen Teil des Titicacasees. Nach kurzer Zeit verliert man die mühsam gewonnene Höhe wieder über eine rasante Abfahrt. Zumindest ist es noch nicht windig und ich rolle schnell über die breite Hauptstraße Richtung Juliaca. Parallel läuft schon die Trasse der Eisenbahn nach Cusco, der extrem teuren "Perurail".


adobe_ziegel Juliaca selber ist groß, ich muß über eine Seitenstraße fahren, da kurz vor der Stadt die Hauptstraße für den Radverkehr geschlossen ist. Nach einer Weile merke ich, daß sich niemand daran hält und wechsle wieder auf die die Hauptstraße. Die Stadt selber ist überflutet von Motorrad-Taxen (kleine 3-rädrige Gefährte mit einer Plastiküberdachung und den üblichen Minibussen. Diese halten durch ihr ständiges Stoppen den Verkehr auf und ich rolle mit dem Verkehr im Zick-Zack durch die Straßen. Größere Städte sind einfach nichts für Tourenfahrer mit Gepäck. Endlich bin ich draußen und es geht wieder schneller voran. Unterwegs sehe ich überall Häuser aus "Adobe"-Ziegeln, das sind luftgetrocknete Lehmziegel, die hier überall verwendet werden. Nach ein paar Jahren sind sie aber durch den Regen abgewaschen, und verkleinern sich zusehens.


endlose_strasse1Über endlose Straßen geht es weiter, nach einer Weile wird der Straßenbelag sehr, sehr puckelig, das Radeln wird mühsam. Dann frischt auch zusätzlich der Wind wieder auf und ich komme nur noch langsam voran. Als ich endlich das Örtchen Pukará erreiche, ist es schon fast dunkel. Eine große blaue Tafel mit der Aufschrift Tourist Information fällt mir sofort ins Auge. Ich halte vor dem Haus und siehe da hier kann man nicht nur übernachten, sondern auch Einkaufen, oder sich von diversen Wehwehchen kurieren lassen, denn der Laden ist auch gleichzeitig eine Apotheke. Eine nette Frau mittleren Alters begrüßt mich, Señora Sonja. Ich bekomme ein Zimmer, sogar mit Bad und lauwarmen Wasser. Nachdem das Rad in den Hinterhof bugsiert wurde, versorge ich mich im Laden erstmal mit Schokoriegeln und einer Flasche Cola, der heutige Tag hat mich geschafft. puckelige_strasseIm Hinterhof haben 3 Nachbarn 5 unterschiedliche Radio- und Fernsehsender laufen und es herrscht ein infernaler Lärm (für nordeuropäische Ohren). Zum Essen schickt man mich auf die andere Straßenseite, es gibt eine Suppe und etwas Reis für umgerechnet 2 Euro, sehr "basic". Ich nehme es gelassen und kaufe mir im "Lädchen" bei Frau Sonja noch ein Bier, Nüsse und ein Tüte Chips, der Abend ist noch lang (es ist erst 19:00 und stockduster). Irgendwann hört der Lärm auf und ich kann einschlafen, doch pünktlich zu Sonnenaufgang um 5:30 rühren sich die ersten Einheimischen und es werden alle ton- und bilderzeugenden Geräte wieder angestellt. Die Señora Sonja lädt mich noch zu einem (kostenfreien) Frühstück mit Kaffee und Fladenbrot ein. (Man, was wünsche ich mir ein Brötchen mit Schinken!) Wahrscheinlich lag es daran, daß ich in ihrem Laden den Abend vorher genügend eingekauft hatte.
 

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